|
Weshalb ist für Dialysepatienten die Ernährung so wichtig?
Bei einem gesunden Menschen regulieren die Nieren die Ausscheidung von Wasser und die darin gelösten Stoffe wie Harnstoff, Kreatenin, Natrium, Kalium, Kalzium und Phosphat. Wenn die Nierenfunktion nachlässt, werden diese Substanzen immer weniger ausgeschieden, was zu einer langsamen Vergiftung unseres Körpers führt, durch diese schleichende Vergiftung lässt erfahrungsgemäss auch der Appetit nach.
Um das endgültige Nierenversagen hinauszuzögern, werden spezielle Anforderungen an die Ernährung gestellt. Meistens soll man als angehender Dialysepatient möglichst viel trinken und eine eiweißarme (möglichst auf Fleisch und Fisch verzichten) Kost einhalten, diese Diätvorschriften sind sicherlich einem genußvollen und abwechslungsreichen Essen eher abträglich. Mit Beginn der Dialyse ändert sich das entscheidend, das gilt für die Peritonealdialyse ebenso wie für die Hämodialyse. Meistens kehrt mit Beginn der Dialyse der Appetit zurück und das ist gut so, denn jetzt heißt es “Alles ist erlaubt”, nur noch die richtige Zusammenstellung unserer Ernährung ist wichtig. Ein vollwertiger Ersatz für unsere Nieren die sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag arbeiten, ist die Dialyse natürlich nicht. Zwischen den Dialysen steigen die Mineralstoffe, Stoffwechselprodukte und der Gehalt an Wasser deutlich an. Unser Körper ist daher starken Schwankungen ausgesetzt, durch eine ausgewogene Ernährung (Diät) können diese Schwankungen in Grenzen gehalten werden. Mit jeder Dialyse wird unser Mineralstoff- und Flüssigkeitshaushalt weitgehend wieder in Ordnung gebracht. Allerdings werden dabei auch bestimmte lebensnotwendige Nährstoffe wie Aminosäuren und Vitamine mit “ausgewaschen”. Wenn diese Nährstoffe und Vitamine nicht durch entsprechende Ernährung ausgeglichen werden kann es zu Mangelerscheinungen kommen.
Eine einheitliche Diät für Dialysepatienten gibt es nicht, dazu sind die einzelnen Patientenstoffprofile wie z.B. Kalium und Phosphat zu unterschiedlich. Jeder Patient und sinnvollerweise auch die Angehörigen müssen gemeinsam vom Dialyseteam/Diätassistenten eine umfassende Schulung erhalten um eine individuelle gesunde Ernährung für sich zusammenstellen zu können. Es ist wichtig das der Patient eine Übersichtstabelle über die wichtigsten Nahrungsmittel und deren Zubereitung erhält. Eine Lebensmittelwaage ist gerade am Anfang sehr von Vorteil. Nach einer gewissen Zeit hat man aber im Gefühl, wie viel Kalium und Phosphat die einzelnen Nahrungsmittel besitzen.
Diät bei der Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse)
Die Ernährung bei der Peritonealdialyse kann im Gegensatz zur Hämodialyse etwas großzügiger gehandhabt werden. Durch die geringeren Probleme bezüglich des Kaliums sind beim Verzehr von Obst und Gemüse in der Regel keine Einschränkungen zu machen. Auch die Einschränkungen, bezüglich des Trinkens, sind bei der Peritonealdialyse wesentlich geringer, bei sehr phosphathaltigen Nahrungsmitteln sollte aber trotzdem Zurückhaltung geübt werden. Da das Dialysat bei der Peritonealdialyse Glucose enthält, ist die Kohlehydratzufuhr bei der Ernährungsplanung zu berücksichtigen. Da es bei der Peritonealdialyse zu einem Verlust von Eiweißen kommt, ist auf eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigem Eiweiß zu achten.
Weitere Informationen zu diesem Thema bietet das Büchlein von Frau Irmgard Landthaler: “Abwechslungsreiche Ernährung für Dialysepatienten” - erhältich über die Firma Fresenius Medical Care in Bad Homburg.
|