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Die Hämodialyse ist eine bestimmte Art der künstlichen Blutwäsche.
Bei einer schweren Funktionseinschränkung oder einem Funktionsverlust der Nieren muss das Blut mit Hilfe von künstlichen Filtermembranen von schädlichen Stoffen befreit werden. Bei der Hämodialyse wird ein Gerät mit einem Membranfilter außerhalb des Körpers verwendet (künstliche Niere). Diese Blutreinigung ist lebensnotwendig. Eine andere Art der Blutwäsche ist die Peritonealdialyse, bei der das Bauchfell als Membran dient (Bauchfelldialyse). In Deutschland wird die Peritonealdialyse nur sehr selten eingesetzt. Laut Angaben des Kuratoriums für Dialyse und Nierentransplantation sind in Deutschland rund 60.000 Patienten dialysepflichtig.
Die Hämodialyse findet in den meisten Fällen in einem Dialysezentrum unter Aufsicht von besonders geschultem Pflegepersonal und einem Ärzteteam statt. Der Patient muss sich allerdings einem festen Behandlungsplan anpassen und meist dreimal pro Woche für jeweils drei bis fünf Stunden (abhängig von Körpergröße und Körpergewicht) ins Behandlungszentrum kommen. Die Hämodialyse ist somit zeitaufwendig - mit allen Einschränkungen, die sich daraus für eine Berufstätigkeit und eine normale Lebensführung ergeben.
Wie funktioniert die Hämodialyse?
Bei der Hämodialyse wird das Blut über eine künstliche Membran außerhalb des Körpers geschickt, um es von Schadstoffen zu befreien. Diese Membran funktioniert wie ein Filter, ist also nur für einen Teil der Substanzen durchlässig. Sind auf der einen Seite der Membran Stoffe in höherer Konzentration vorhanden als auf der anderen Seite, dann wandern diese Stoffe durch die Membran bis es zu einem Ausgleich der Stoffkonzentrations kommt (Osmose).
Bei der Hämodialyse macht man sich das physikalische Prinzip der Osmose zunutze. Das Blut besitzt eine andere Konzentration an harnpflichtigen Substanzen und Blutsalzen wie die Flüssigkeit im Dialysator (Dialysat). Daher wandern diese Substanzen aus dem Blut in das Dialysat.
Umgekehrt lässt sich das Patientenblut durch eine bestimmte Zusammensetzung des Dialysats mit entsprechenden Stoffen anreichern. Aus dem Blut werden also schädliche Stoffe entfernt und erwünschte Stoffe hinzugefügt.
Wie läuft eine Hämodialyse ab?
In den meisten Fällen wird das Blut über einen Gefäßzugang am Unterarm aus dem Körper geleitet. Damit ausreichend Blut für die Hämodialyse zur Verfügung steht, legt ein Chirurg eine Verbindung (Shunt) zwischen Arterie und Vene. Diese Verbindung erleichtert das häufige Anschließen an die Dialyse-Maschine. Durch Schlauchsysteme gelangt das Blut in das Dialysegerät. Harnpflichtige Stoffe und überschüssiges Körperwasser werden dem Blut entnommen und die Blutsalze (Elektrolyte) ausgeglichen. Anschließend gelangt das Blut über den Shunt wieder in den Körper.
Eine Hämodialyse wird normalerweise dreimal pro Woche durchgeführt und dauert etwa vier bis fünf Stunden. In den meisten Fällen erfolgt die Dialyse in Dialysezentren. Nach einem speziellen Training können die Patienten die Hämodialyse auch zu Hause durchführen. Voraussetzung für die Heimdialyse ist, dass ein Arzt kontinuierlich erreichbar ist.
Was müssen hämodialysepflichtige Patienten beachten?
Da die Hämodialyse nicht kontinuierlich stattfindet, sammeln sich regelmäßig Wasser und Giftstoffe im Blut an. Viele Stoffe, die man mit dem Essen und Trinken in den Körper aufnimmt, werden somit nicht ausgeschieden und müssen durch die Dialysebehandlung entfernt werden. Daher muss ein Hämodialyse-Patient eine Diät einhalten.
* Der Patient darf höchstens ein Liter Flüssigkeit pro Tag aufnehmen - das entspricht einer Gewichtszunahme von höchstens einem Kilogramm pro Tag.
* Bei einer Anhäufung von Kalium im Körper kommt es zu schweren, teils lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen. Besonders viel Kalium ist in folgenden Lebensmitteln enthalten: Obstsäfte, vergorener Obstsaft wie Wein, Sekt oder Most, Schololade, Nüsse, Marzipan, sowie im Kochwasser von Gemüse. Wenn der Patient diese Nahrungsmittel einschränkt, muss er in der Regel keine weiteren Diät-Einschränkungen einhalten.
* Empfehlenswert ist eine kalorien- und vor allem eiweißreiche Ernährung
* Durch die eingeschränkte Phoshpatausscheidung kommt es zum Stau dieses Salzes im Körper. Die Folge kann eine Überfunktion der Nebenschilddrüse sein, gefolgt von Knochenschäden und Arteriosklerose. Patienten müssen bei jeder Mahlzeit Tabletten einnehmen, die das Phosphat binden. Falls es von Seiten des Kalzium-Spiegels im Blut möglich ist, erfolgt auch die Gabe von Vitamin D.
* Bei der Dialyse kommt es zu einem Verlust von wasserlöslichen Vitaminen, der medikamentös ausgeglichen werden muss.
Prognose
Eine Dialyse kann die Funktion der Niere nicht vollständig ersetzten. Die Hämodialyse belastet den Körper. Bei chronischen Hämodialyse-Patienten kommt es nach vielen Jahren zu Spätschäden wie Gefäßverkalkungen, Herzerkrankungen, Knochen- und Gelenkschäden. Durch eine optimale Hämodialyse-Behandlung sowie durch zusätzliche, sorgfältige Therapie von Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Anämie lassen sich diese Schäden deutlich vermindern oder ihr Auftreten verzögern.
Für die Hämodialyse gilt allgemein der Grundsatz: Je länger (Stunden pro Woche) und häufiger die Patienten dialysiert werden, umso geringer sind die Spätschäden und umso länger leben die Patienten.
Auch wenn die Einschränkungen durch eine regelmäßige, dreimal wöchentliche Hämodialyse nicht unterschätzt werden darf, bietet die Hämodialyse trotz völligen Ausfalls des lebenswichtigen Organs Niere eine lange Überlebensdauer mit guter Lebensqualität. Nicht zuletzt kann die Hämodialyse auch eine jahrelange Wartezeit überbrücken, bis ein geeignetes Nierentransplantat (Spenderniere) gefunden wird.
Quellen: Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation
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