Kochvergnügen mit Lerneffekt am 29.11.2014 – 3.Teil

Alle Jahre wieder… Auch dieses Jahr stand der Kochkurs, zu dem die Regionalgruppe München eingeladen hatte, unter dem Motto „Kochen – Essen – Genießen – Wohlfühlen“. Die Einladung richtete sich an nierenkranke Patienten und deren Angehörige und pünktlich um 10 Uhr begrüßte die Kursleiterin Irmgard Landthaler die Teilnehmer.

Frau Landthaler, die renommierte Ernährungsberaterin und Diätassistentin, ist seit etwa 40 Jahren im Bereich Ernährung für Nierenkranke tätig, eine bessere Expertin können wir uns nicht wünschen.

Bei der Einführung ging die Kursleiterin auf einige Grundsätze einer Ernährungstherapie bei Nierenerkrankungen ein:

  • Die Trinkmenge an die Urinausscheidung anpassen, um Blutdruckschwankungen und Ödeme zu vermindern.
  • Durch Kochsalzreduktion den Durst lindern, um somit die Blutdruckeinstellung zu unterstützen.
  • Den Kaliumspiegel im Normbereich halten, um Herzrhythmusstörungen zu verhindern.
  • Durch eine ausreichende Eiweiß- und Energieversorgung für einen guten Ernährungszustand und bessere Abwehrkräfte sorgen.
  • Durch optimale Phosphatwerte Knochenerkrankungen und Verkalkungen vermeiden.
  • Phosphatbindertherapie optimieren

Man unterscheidet grundsätzlich „gutes“ Phosphat, das in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Käse, Eiern und Wurst enthalten ist, von „schlechtem“ Phosphat, das vorwiegend anhand der Kennzeichnung (E-Nummern) in verpackter Ware zu erkennen ist. Meiden soll man Lebensmittel mit den E-Nummern E322, E338, E339, E340, E341, E343, E450 a, E450b, E450c, E540, E543, E544, E1410, E1412, E1413, E1414, E1442.

Die „alten Hasen“ unter den Dialysepatienten mögen jetzt sagen, alter Hut, das wissen wir doch alles. Falsch gedacht, man kann es nicht oft genug hören!

Grau ist alle Theorie, jetzt ging es ans Kochen. Wir sind einen Tag vor dem 1. Advent, da bietet sich ein vorweihnachtliches Menü geradezu an:

Kürbissuppe mit Kokosmilch

Schweinefilet mit Gorgonzolasoße, Quark-Spätzle und Rosenkohlblätter

Weihnachtliches Mandarinen-Tiramisu

Die Gruppe wurde in Teams eingeteilt und die Kochaufgaben entsprechend verteilt. Das Rezept für die Kürbissuppe mit Curry und Kokosmilch (stammt ursprünglich von Eckart Witzigmann, aber nicht weitersagen!) ist relativ einfach zum Nachkochen und soll Ihnen nicht vorenthalten werden:

Als Zutaten für 4-6 Portionen werden benötigt:

750g Kürbis (geschält und entkernt gewogen), 1 Zwiebel gewürfelt, 2 Knoblauchzehen, 1 Stück Ingwer (walnussgroß), 1 rote Paprika gewürfelt, Tomaten,1 Esslöffel Butter oder Olivenöl,1 Teelöffel Curry, 1 winzige Chilischote, 100g Frischkäse, 250ml Sahne, 500ml Wasser, etwas Gemüsebrühe, 1 kleine Dose Kokosmilch, Petersilie.

Die Zubereitung ist relativ einfach:

  1. Das Kürbisfleisch würfeln, die Zwiebel, die gehackten Knoblauchzehen und den zerkleinerten Ingwer mit Curry in der Butter andünsten.
  2. Das Kürbisfleisch, Paprika, Chilischote und gewürfelte Tomaten mit hinzugeben, kurz andünsten und mit Wasser ablöschen.
  3. Gemüsebrühe und Kokosmilch mit in den Topf geben und alles ca. 15 Minuten kochen.
  4. Alles mit dem Pürierstab fein pürieren, evtl. durch ein Sieb passieren.
  5. Zum Schluss die Sahne und den Frischkäse einrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und die kleingehackte Petersilie zur Suppe hinzugeben.

Kurz vor dem Servieren kann man noch ein paar Tropfen Kürbiskernöl und geröstete Weißbrotwürfel darüber geben.

Punkt 12Uhr stand das Essen auf dem adventlich dekorierten Tisch. Alles hat köstlich geschmeckt, großes Lob an die „Kochteams“!

Irmgard Landthaler ging bei der Schlussbesprechung noch auf das wichtige Thema des Eiweißmangels bei Dialysepatienten ein. Bei einer Dialysebehandlung ist häufig der Abbaustoffwechsel erhöht, es entsteht eine katabole Stoffwechsellage, d.h. konkret, es wird mehr Energie verbraucht, als zugeführt. Empfohlen wird deshalb eine eiweißreiche Ernährung mit etwa 1,2g Eiweiß pro kg Körpergewicht. Nur haben eiweißreiche Lebensmittel oft auch viel Phosphat. Die Fa. Bodymed AG hat deshalb eiweißreiche Riegel (SANA-PRO NEPHRO) entwickelt, die bei relativ geringem Phosphatgehalt etwa 10g Eiweiß liefern. Frau Landthaler hatte einige Riegel zum Probieren mitgebracht. Interessant ist, dass dieses diätetische Lebensmittel auch verordnungsfähig ist.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Irmgard Landthaler für die Organisation und Durchführung des Kochkurses, bei Eckard Bourquain von der RG München für die Vorbereitungsarbeiten und nicht zuletzt bei den Teilnehmern.

Ein großes Dankeschön geht an die Fa. Bodymed AG, die durch eine großzügige Spende diese Veranstaltung erst möglich gemacht hat.

Karl Votz-Siegemund