Coronavirus Krise

Achtung: Wegen der aktuellen Virus-Krise fallen folgende Veranstaltungen aus: Stammtisch am 22.03.20 im Hofbräu Obermenzing, die Mitgliederversammlung am 25.04./26.04. in Schweinfurt sowie auch leider unsere Ausflugsfahrt nach Südtirol am 15./16./17.05.
Wir wünschen Ihnen bestmögliche Gesundheit und  dass Sie virusfrei durch diese nicht einfache Zeit kommen.

Hier finden sie eine Stellungnahme von der Deutschen Transplantationsgesellschaft zum COVID-19-Virus.

Ernährungstherapie bei Nierenerkrankungen und Dialysebehandlung

Ernährungsexpertin und Diätassistentin Irmgard Landthaler beim Stammtisch der Regionalgruppe München des Landesverbands Niere Bayern e.V. am 16.02.20 im Hofbräu Obermenzing

Die richtige Ernährung ist eine sehr wichtige Säule des gesamten Behandlungskonzepts bei nierenkranken Patienten, da Ernährungsfehler fatale Folgen haben können. Zum Beispiel kann ein hoher aber auch ein zu niedriger Kaliumwert im Blut zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen.
Grundsätzlich richtet sich die Ernährung nach dem Stadium der Nierenerkrankung und nach den aktuellen Laborwerten, so Frau Landthaler.
Man unterscheidet hier Ernährung bei chronischer Nierenerkrankung, Hämodialyse, Peritonialdialyse und nach Transplantation.

Das Ziel der Ernährungstherapie ist in erster Linie die Aufrechterhaltung eines guten Ernährungszustandes, wobei auf eine starke Gewichtsreduktion verzichtet werden soll. Wesentlich sind auch gute Einstellungen des Blutdrucks und des Blutzuckers um damit Komplikationen der Nierenerkrankung zu verhindern bzw. zu reduzieren.

Der Wasserhaushalt des Patienten spielt eine große Rolle, da Dialysepatienten häufig wenig oder gar keine Urinausscheidung mehr haben und ein plötzlicher Gewichtsanstieg so gut wie immer auf eine Überwässerung des Körpers hinweist. Im Gefäßsystem befindet sich somit mehr Flüssigkeit, das Herz muss mehr leisten und es kann zu einem Lungenödem kommen. Grundsätzlich soll nur so viel getrunken werden, wie man ausscheidet. Dialysepatienten ohne Ausscheidung wird empfohlen, nicht mehr als 800 ml pro Tag zu trinken. Letztendlich muss man das aber mit seinem Dialysearzt absprechen.

Die Eiweißzufuhr ist wieder abhängig vom Stadium der Erkrankung. Während man im Prädialysestadium die Eiweißzufuhr schon etwas reduzieren sollte (etwa 0,8 g/kg Körpergewicht pro Tag) ist der Eiweißbedarf bei Hämodialysepatienten erhöht und bei Patienten mit Bauchfelldialyse stark erhöht. Nach einer Nierentransplantation mit einem gut funktionierenden Organ muss der Eiweißkonsum nicht angepasst werden. Der Verzehr von pflanzlichem Eiweiß hat sich bei Nierenkranken als günstiger herausgestellt, deshalb gilt als Grundsatz: So vegetarisch wie möglich!

Unter dem Punkt „Was gibt es Neues 2020“ ging Frau Landthaler auf den Bericht einer europäischen Arbeitsgruppe ein, die sich mit der Ernährung mit Mediterraner Kost beschäftigte und diese auch speziell für Nierenkranke empfiehlt. Diese Form der Ernährung ist phosphatarm, salzarm, arm an gesättigten, aber reich an ungesättigten Fettsäuren, die in Fisch oder hochwertigen Ölen enthalten sind. Da diese Kost, vor allem durch Obst und Gemüse, zu höheren Kaliumwerten führen kann, wird eine regelmäßige Laborkontrolle empfohlen.

Im Verlauf einer Nierenerkrankung treten praktisch immer Störungen im Kaliumhaushalt auf, da die Nieren nicht mehr in der Lage sind, regulierend einzugreifen. Viel Kalium ist vor allem in Nüssen, Kartoffeln, getrockneten Früchten und wie oben schon erwähnt in Obst und Gemüse enthalten. Durch Zerkleinern und Kochen in viel Wasser kann man den Kaliumgehalt um ca. 1/3 reduzieren. Das Kochwasser muss man natürlich wegschütten. Günstiger ist es, Obst und Gemüse aus Konserven (ohne Saft) zu verwenden. Bei hohen Kaliumwerten im Blut ist eine entsprechende Diät mit maximal 2000 – 2500 mg Kalium/Tag einzuhalten. Man kann auch sogenannte „Kaliumbinder“ einnehmen oder die Konzentration des Kaliums im Dialysat reduzieren.

Jeder Dialysepatient weiß: „Salz macht Durst“. Nicht nur deshalb soll der Salzkonsum reduziert werden. Die Zufuhr von Kochsalz (Natriumchlorid) hat große Auswirkungen auf den Wasserhaushalt. Blutdrucksenkende Medikamente und sogenannte Wassertabletten (Diuretika) wirken intensiver, wenn sie mit einer kochsalzarmen Kost kombiniert werden. Zielgröße wäre etwa 5 – 6 g Kochsalz pro Tag maximal. Also: nicht nachsalzen, stark gesalzene Lebensmittel vermeiden, Fertigprodukte meiden und selber kochen!

Bereits bei einer leichten Einschränkung der Nierenfunktion kommt es zu einer verminderten Phosphatausscheidung. Ein Zuviel an Phosphat im Blut kann zur Entkalkung der Knochen, zu Verkalkungen in den Weichteilen und zu einer Kalzifizierung der Gefäße führen. Deshalb ist es überaus wichtig, darüber Bescheid zu wissen wieviel Phosphat die zugeführten Lebensmittel haben um zu den Mahlzeiten die richtige Dosis Phosphatbinder einnehmen zu können. Diese sogenannten Phosphatbinder (z.B. Kalziumazetat, Lanthankarbonat, Sevelamerkarbonat) binden das Phosphat im Magen und Darm und das so gebundene Phosphat kann dann mit dem Stuhlgang ausgeschieden werden. Die Dialysebehandlung alleine ist nicht in der Lage, das zugeführte Phosphat zu eliminieren.
Frau Landthaler klärte uns darüber auf, dass es „gutes“ und „schlechtes“ Phosphat gibt. Gutes Phosphat findet man z.B. im Fisch oder in einem Ei, während man alle von der Lebensmittelindustrie zugesetzten Phosphate wie in Instantprodukten, Schmelzkäse, Cola usw. als schlechte Phosphate bezeichnet und unbedingt zu meiden sind. Vorsicht bei folgenden E-Nummern: E 338, E 339, E 340, E 341, E 450 a, E 450 b, E 450 c, E 540, E 543, E 544. Dabei handelt es sich um zugesetzte Phosphate.

Sehr interessant war der Hinweis der Referentin, dass die Sternfrucht oder Karambole, Caramboxin enthält, ein für Nierenkranke potentiell lebensgefährliches Nervengift, das brasilianische Wissenschaftler isoliert und identifiziert haben. Es handelt sich um eine Phenylalanin ähnliche Aminosäure. Wie so oft gilt natürlich auch hier das Prinzip „die Dosis macht das Gift“ aber vorsichtshalber lieber Finger weg!

Ein großes Dankeschön an die renommierte Ernährungsexpertin und Diätassistentin Irmgrad Landthaler für diesen exzellenten Vortrag. Den „alten Hasen“ unter uns sind natürlich die allermeisten Tipps und Empfehlungen bekannt aber vor allem neuen Patienten ist es eine große Hilfe, zu erfahren wie man durch oft nur eine geringe Änderung der Ernährungsgewohnheiten seinen Gesundheitszustand verbessert. Und, liebe Frau Landthaler, wir wissen es sehr zu schätzen, dass Sie für unsere Regionalgruppe, einen Sonntagnachmittag „opferten“.

Karl Votz-Siegemund

Weihnachten 2019

Wir wünschen unseren Mitgliedern und Homepagebesuchern eine möglichst ruhige und besinnliche Adventszeit, ein wunderschönes Weihnachtsfest und viel Glück und Gesundheit im neuen Jahr!

 

Wie Nierenkranke ihre Erkrankung bremsen können

Dieser Arktiel zitiert Herrn Prof. Jan Galle, der betont, dass Patienten die Möglichkeit unterschätzen, positiven Einfluss auf die Entwicklung Ihrer Erkrankung zu nehmen und identifiziert folgende Risikofaktoren:

  • Rauchen
  • Übergewicht
  • zu wenig Bewegung
  • gute Ernährung
  • zuviel Flüssigkeitsaufnahme kann schaden anrichten (ggü. der allegemeinen Meinung viel trinken ist hilfreich. „Mindestens soundsoviele Liter“

Letzlich sei eine Nierenerkrankung eine Erkrankung der Gefäße. Alles was den Gefäßen schadet, schadet auch der Niere.

Vortrag – Die aktuelle Organspendesituation und der Ablauf einer Organtransplantation

Stammtisch am 25.02.2018 im Hotel zur Post, München-Pasing

Vortrag von Frau Dr. Angelika Eder

Die Zahlen, die Angelika Eder auf mehreren Folien präsentierte, sprechen eigentlich für sich. In den letzten Jahren ging es mit der Organspende in Deutschland nur abwärts. Eine medizinische Katastrophe, für die auf den Wartelisten stehenden schwerkranken Patienten. Wenn es streng nach den Kriterien gehen würde, müsste Deutschland aus dem Verbund Eurotransplant hinausgeworfen werden. Die Kennzahl ist hier: Organspender pro 1 Million Einwohner eines Landes. Eurotransplant fordert mindestens 10 Spender um Mitglied werden zu können, 2017 lag Deutschland bei 9,3.

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Versagen des deutschen Organspendesystems

Dramatische Entwicklung bei den Organspenden 2017
-Tiefpunkt erreicht!

Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) meldet wie jedes Jahr im Januar die Spenderzahlen für das vorhergehende Jahr. Bundesweit gab es 797 Organspender, 60 weniger als 2016, so die DSO in ihrem Bericht. Während im Jahr 2016 insgesamt noch 2867 Organe transplantiert werden konnten, waren es 2017 nur noch 2594. Ein Einbruch von fast 10 Prozent!
Das ist der niedrigste Stand bei den Organspenden seit 20 Jahren. Ein Skandal!

Gleich nach der Veröffentlichung des Berichts war der Aufschrei in der Presse hoch
– genau für zwei Tage – dann verschwand dieses Thema wieder im Nirwana. Sogar Christina Berndt von der Süddeutschen Zeitung, die in den letzten Jahren ja kein gutes Haar an der Transplantationsmedizin gelassen hat, schreibt in ihrem Kommentar vom 12.01.18: „Deutschland ist international nicht mehr ernst zu nehmen. Jedenfalls wenn es um Organspenden geht. Der gerade erschienene Jahresbericht der Stiftung Eurotransplant attestiert der Bundesrepublik ein krankes, kurz vor dem Siechtum stehendes Transplantationssystem“

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Blutverdünnung (Antikoagulation) bei chronischer Niereninsuffizienz und Dialyse

Nierenkranke Patienten leiden häufig an Herzrhythmusstörungen wie beispielsweise dem Vorhofflimmern. Um das Risiko eines Schlaganfalls zu senken, ist die Einnahme eines Blutverdünnungsmittels zwingend erforderlich.
Wer könnte uns über diese Thematik wohl besser Auskunft geben als Prof. Dr. med. Matthias Blumenstein, Chefarzt der Nephrologie und ärztlicher Direktor der Klinik Augustinum München?
Prof. Blumenstein hatte auf Anfrage auch sofort zugesagt, uns im Rahmen unseres Stammtisches am 19.03.2017 einen Vortrag  über diese wichtige Problematik zu halten.

20170319_153612-1 (1)Grundsätzlich ist eine Antikoagulation notwendig, und zwar unabhängig davon, ob der Patient nierenkrank ist oder nicht:

– nach einer Herzklappenoperation, falls eine mechanische Klappe eingesetzt wurde
– nach Venenthrombosen mit oder ohne Lungenembolie
– bei hereditären Thrombophilien (vererbte Neigung zu Thrombosen)
– als Embolieprävention bei Vorhofflimmern

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